Die bekanntesten Burgen in Deutschland

Bedingt durch die Vergangenheit gibt es in Deutschland eine Vielzahl von, teilweise weltberühmten, Schlössern und Burgen. Grund dafür ist die Kleinstaaterei, die bis in das 19. Jahrhundert vorherrschte und in denen Fürsten, Kaiser und Könige ihre Herrschaftshäuser errichteten. In den meisten Fällen hoch oben auf einem Berg, um anrückende feindliche Heere schon aus weiter Ferne erblicken zu können.

Schloss Neuschwanstein

Das weltweit bekannte Schloss bei Hohenschwangau bei Füssen in Bayern wurde von 1869 bis 1886 für den auch als „Märchenkönig“ bekannten Ludwig II. errichtet. Der König selbst wohnte nur wenige Monate in dem Gebäude, das nach seinen Vorstellungen als mittelalterliche Ritterburg errichtet wurde. Am 13. Juni 1886 wählte der König den Freitod im Starnberger See. Wohl auch als Folge der massiven Schulden, die er durch den Bau anhäufte, der Entmündigung durch die bayerische Regierung und die Absetzung als König.

Das Schloss ist fast ganzjährig für die Besucher, immerhin fast 1,5 Millionen pro Jahr, geöffnet. Der Aufstiegsweg ist relativ steil, sodass für Besucher geeignete Schuhe unbedingt empfehlenswert sind, um einen sicheren Aufstieg zu ermöglichen. Aufgrund des starken Besucherandrangs ist eine Besichtigungszeit von 35 Minuten vorgesehen.

Burg Hohenzollern

Die Stammburg des fürstlichen Geschlechts der Hohenzollern liegt in Bisingen, Baden-Württemberg, hoch oben auf 855 Metern Höhe.

Insgesamt wurden auf dieser Anhöhe drei Burgen erbaut. Die erste vermutlich bereits im elften Jahrhundert, bevor sie im Jahr 1423 durch Truppen der schwäbischen Reichsstädte besetzt und dann zerstört wurde.

1454 wurde die, nach der Wiedererrichtung zweite, Burg von den Württembergern im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs eingenommen. Nach Kriegsende war die Burg abwechselnd in württembergischem, zollerischem, französischem und österreichischem Besitz. Nach deren Abzug verfiel die Burg zusehends.

Der spätere preußische König Friedrich Wilhelm IV. hatte vermutlich die Idee, die Burg wieder aufzubauen. Zum einen zu Repräsentationszwecken des preußischen Königshauses, die das Stammhaus ihrer Ahnen wieder bewohnen wollten. Zum anderen, um dem Zeitgeist jener Epoche, der Romantik, zu folgen. So entstand Burg Nummer drei.

Die Schlossanlage, die für Besucher ganzjährig geöffnet ist, besteht aus den Befestigungsanlagen mit Zugbrücke, dem Gebäude selbst, der Kapelle und dem Burggarten.

Wartburg

Die Wartburg thront 220 Meter über der thüringischen Stadt Erfurt und existiert in der ursprünglichen Form bereits seit dem Jahr 1067. Im 19. Jahrhundert bekam die Burg auf Initiative von Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach im Wesentlichen ihr heutiges Aussehen.

Es ist die bedeutendste Burg der Ludowinger. Der Sohn des Familienoberhaupts Ludwig der Bärtige, Ludwig der Springer, verlegte den Familiensitz auf die Wartburg.

Die Burg ist, wie kaum eine andere, eng mit der deutschen Geschichte verbunden. Der protestantische Reformator Martin Luther versteckte sich hier und Goethe war mehrmals zu Gast. Als nationales Denkmal hat sich die Burg auch durch verschiedene Wartburgfeste einen Namen gemacht. Beispielsweise im Gedenken an die Leipziger Völkerschlacht oder nach der Revolution des Jahres 1848.