Burgen in der Mitte von Deutschland: Schloss Wilhelmshöhe

Schloss Wilhelmshöhe liegt oberhalb von Kassel und gehört zum Bergpark Wilhelmshöhe im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe. Bevor Schloss Wilhelmshöhe gebaut wurde, waren auf dem damaligen Grund ein Stift und ein Augustiner-Kloster angesiedelt. Später wurde das Kloster verweltlicht, im 17. Jahrhundert abgerissen. Kurfürst Wilhelm I. ließ das Schloss 1786 n. Chr. im Stil des Klassizismus errichten. Im 18. Jahrhundert entstanden erst die Seitenflügel.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Jagdschloss Kassel von Napoleon übernommen, der sich auf seinen Feldzügen durch Europa stationierte. In dieser Zeit nannte man die Wilhelmshöhe Napoleonshöhe. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt Kassel bombardiert und das Stadtschloss Kassel wurde dabei im Mittelteil zerstört.

Kunst und Konzerte im Schloss

Heute beherbergt das Schloss Kunstsammlungen und veranstaltet Musikkonzerte. Der Bergpark mit dem Schloss ist seit 2013 Weltkulturerbe. Das Schlossmuseum befindet sich im Weißensteinflügel, welcher ursprünglich der private Bereich der Landgrafen war. Die Entwürfe für das heutige Schloss wurden von einem Engländer gemacht, der schon ähnliche Schlösser und Landhäuser in England entworfen hatte. Heute werden im Schloss auch die Städtischen Museen verwaltet. Dafür wurde der Kirchenteil entkernt und umgewandelt. Zu den Museen gehören die Antikensammlung, die Gemäldegalerie der Alten Meister, eine grafische Sammlung, ein Museumsbistro und eine historische Kapelle.

Wasserspiele im Bergpark

Der Bergpark, der das Stadtschloss umgibt, ist für seine Baum- und Pflanzensammlung bekannt. Dort steht ein Herkules-Denkmal. Die große Statue des Herkules ist das Wahrzeichen der Stadt. Von hier aus hat man Ausblick von der Rhön bis über den Harz. Der Bergpark ist bekannt für seine Wasserspiele. Er ist immer zu besichtigen. Die Anlage ist zu Fuß zu erschließen. Im Ballhaus auf dem Gelände des Kurparks finden Musik- und Kulturveranstaltungen statt. Im großen Gewächshaus werden exotische Pflanzen überwintert. Die Sammlung ist das ganze Jahr über zu bewundern. Zu den exotischen Pflanzen gehören Palmen, Bananen und Kakteen.

Waffenkammer und Ritterrüstungen

Faszinierend ist ein Besuch der Löwenburg, die als Lustschloss geplant war und eine Replik einer mittelalterlichen Ritterburg ist. Die Ausstellung in dieser Burg ist besonders reich an Bronzestatuen, Möbeln, Gläsern und Wandgemälden. Die Ausstellungsstücke in der Löwenburg stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Wer an einer Führung teilnimmt, kann die Waffenkammer und alte Ritterrüstungen anschauen. Die vier fürstlichen Wohnappartements sind ebenfalls im Rahmen der Führung zu besichtigen.

Die ‚Perle von Weißenstein‘

Der Bergpark, der das Schloss Wilhelmshöhe umrandet, hat auch einen Rosengarten mit über 1.000 Rosengewächsen und Sträuchern. Im 18. Jahrhundert wurde dort eine eigene Rosenart gezüchtet, die ‚Perle von Weißenstein‘. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Rosengarten wiederbelebt und trägt heute dazu bei, dass ein Besuch des Bergparks Wilhelmshöhe besonders abwechslungsreich und interessant ist. Der Bergpark lädt sicher mindestens drei bis vier Stunden zum Verweilen ein.